Mit gemischten Gefühlen sahen die Teilnehmer der Fahrt nach Münster am 28.04.2018 ab und an aus den Fenstern der Eurobahn, denn je näher Münster kam umso mehr bedeckte sich der Himmel. Doch als die 33 Teilnehmer am Hauptbahnhof ausstiegen und mit sich mit den beiden Stadtführerinnen auf den Weg ins Zentrum machten, blieben die mitgebrachten Schirme geschlossen.

Frau Maren Peters und Frau Gundula Klein gaben, nachdem per um die Stadt führende Panoramaweg erreicht war einen kurzen Überblick über die Stadtgeschichte, ohne jedoch mit vielen Zahlen um sich zu werfen. Am nachdrücklichsten dürfte sich den Besuchern eingeprägt haben, dass die gesamte Altstadt im zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Zwar war Münster auch schon seit dem achtzehnten Jahrhundert Verwaltungs- und Garnisonsstadt, aber sie lag eben auch direkt in der Einflugschneise der Bomberstaffeln der britischen und amerikanischen Luftwaffe auf dem Weg ins Ruhrgebiet und zurück. Der ganze Altstadtkern wurde nach dem Krieg zügig von den Münsteranern ohne große Unterstützung wieder im alten Stil errichtet. Eine bewundernswerte Leistung, die man bei jedem weiteren Schritt durch das Zentrum nur bewundern konnte. Haus für Haus, Geschäft für Geschäft wurde nach den alten Plänen und Bildern wiedererrichtet. Ebenso die Vielzahl der Kirchen, Klöster, das Rathaus, Schloss viele andere Bauten. So zählt Münster heute zu den Städten deren Zentrum ein durchgehend historisches Gepräge aufweist, wenn auch weitgehend neu errichtet.

Der Dom mit herrlichen Buntfenstern und mittelalterlicher Uhr (im zweiten Weltkrieg ausgelagert) konnte genauso besichtigt werden wie die Lamberti Kirche mit den Käfigen für die Leichen der zum Tode verurteilten Wiedertäufer, die im 16. Jahrhundert Münster beherrscht hatten. Die herrliche Fassade des Rathauses (hier und in Osnabrück wurde der Friede nach dem 30zig jährigen Krieg geschlossen) und die Clemenskirche beeindruckten die Besucher ebenso wie die „Winterpaläste“ Münsterscher Adeliger. Reges Treiben herrschte auf den Plätzen und um die historischen Straßenzüge. Nebenbei fanden natürlich auch die Fernsehkrimis um Wilsberg und Professor Börne Erwähnung, die Münster bundesweit noch bekannter gemacht haben. Bei Kaffee und Kuchen konnten die Teilnehmer die gewonnenen Eindrücke ausgiebig des Rundganges Revue passieren lassen. Auch auf dem Rückweg beachteten alle die automatische Vorfahrt der Radfahrer die in unaufhörlicher Folge und in unglaublichen Mengen die Straßen bevölkern.

 

 

Dieser Besuch hat sich gelohnt, er war informativ, abwechslungsreich und interessant. Nur eines war völlig unmünsterisch: Weder hat es geregnet noch läuteten die Glocken.

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